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Sinnliche Ergötzungen Johann Philipp Lorenz Withof

Sinnliche Ergötzungen

Johann Philipp Lorenz Withof

Published April 20th 2011
ISBN : 9783842360280
Paperback
104 pages
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 About the Book 

Für Johann Philipp Lorenz Withof sind unsere Sinne Naturgegebenheiten, die wir vom ersten Tage an mit uns zu tragen haben, denen wir uns nicht erwehren können, denn sie sind lebenserhaltend, da sie uns Lust und Schmerz vermitteln, ohne die wir einMoreFür Johann Philipp Lorenz Withof sind unsere Sinne Naturgegebenheiten, die wir vom ersten Tage an mit uns zu tragen haben, denen wir uns nicht erwehren können, denn sie sind lebenserhaltend, da sie uns Lust und Schmerz vermitteln, ohne die wir ein Nichts wären. Lust erzeugt Begierde, Schmerz erzeugt Hass und zwischen diesen beiden Empfindungen bewegen wir uns ein Leben lang. Ohne Gefühle geht es nicht, denn wir brauchen die Lust und den Schmerz zum Leben, wie das Atmen, und wie das Atmen nicht aus der Kontrolle geraten darf, so auch nicht die Begierde nach immer mehr Lust. „Begierde folgt auf Lust und Hass auf jede Pein.“ Withof schildert in seinem Gedicht eindringlich die verschiedenen Sinneseindrücke, Geruch, Geschmack, Gehör, Liebe und auch der Wunsch nach Reichtum. Nur tugendhaftes Verhalten kann uns davor bewahren, dass unsere Sinne uns beherrschen. „ Die Tugend macht allein den Dienst der Sinne richtig, / Das Herz für äußre Lust, den Geist für innre tüchtig.“ Letztendlich gelingt uns nur durch Mäßigkeit dauerhaftes Vergnügen zu erlangen ohne den Schmerz der Übertreibung zu kosten. „Die große Sinnenlust, so reizend sie gefällt, Ist kein Elysium, das niemand hier erhält.“ Nichts wäre jedoch schlimmer, als der Lust zu entsagen, nein, man muss sie bewusst annehmen und einsetzen zur Gestaltung des eigenen Lebens. „ Zur Pflicht gewordne Lust erlangt das beste Lob- / Wer aller Lust entsagt, der werde Misanthrop.“ Und weiter: „Den Sinnen bleibe hold und der Vernunft ergeben.“ Selbst Gott ist kein Verstandesprodukt, sondern entsteht aus rein sinnlichem Verlangen nach Frieden und Wohlbefinden. „Dem Frieden tobt er so mit heißer Seele nach / Und trifft ihn nirgends an und alle Künste schwach, / Er grämt sich einen Gott, umseufzet alle Sonnen, / Verlangt nur Macht und Huld: so wird ein Gott ersonnen.“